Beiträge

soundscapes 25

Am Sonntag , 23.  Februar 2020 gibt es ein weiteres Konzert in der Reihe „Soundscapes“ im Genre der Echtzeitmusik  bei Wolf & Galentz.

Hierzu laden wir Sie herzlich ein.
Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20.15 Uhr
Spende für die Musiker: 12 € / 8 € (ermäßigt)

Musiker:

  • Sebi Tramontana
    Posaune
  • Frank Gratkowski
    Klarinette, Altsaxofon
  • Harri Sjöström
    Sopran- und Sopraninosaxofon
Frank Gratkowski (l), Sebi Tramontana (r), Photo: Christina Marx

Frank Gratkowski (l), Sebi Tramontana (r), Photo: Christina Marx

Sebi Tramontana

Musiker, Zeichner

Posaunist und Wahlmünchner Sebi Tramontana, bekannt als origneller Interpret und Komponist zwischen Jazz und neuer Musik sowie seit Jahren Mitglied der italienischen Allstar Formation Italian Instabile Orchestra. Zusammenarbeit unter anderem mit Mario Schiano, Frank Gratkowski, Giancarlo Schiaffini, Joelle Leandre, Paul Lovens und Carlos Zingaro.

Gastierte in Europa, Japan, den USA und Kanada.

Frank Gratkowski

Musiker, Komponist

Gratkowski erforscht Klänge und arbeitet stets an der Erweiterung seines Klangrepertoires und der Auslotung der Töne, die er auf seinen Instrumenten erzeugen kann. Besonders solo und in kleinen Besetzungen fällt die Klarheit seines Tones auf. Seine zum Teil mikrotonal orientierten Kompositionen führt er auch mit dem Multiple Joy[ce] Orchestra auf.

Gratkowski spielt in einer Reihe von verschiedenen Ensemblen; darunter seit 1999 im Duo mit Sebi Tramontana. Er ist auf fast jedem deutschen und auf vielzähligen internationalen Jazz- und Neue-Musik-Festivals aufgetreten, darunter in Vancouver, Toronto, Chicago, New York, Seattle, Quebec, Les Mans, Muelhuus, Groeningen, Nickelsdorf, Barcelona, Litauen, Warschau, Zagreb, Prag, Bratislawa, Sofia, Bukarest, Odessa, Huddersfield, London.

Er hat Saxofon und Ensemble an den Konservatorien in Köln, Berlin und Arnhem unterrichtet und gibt Workshops rund um die Welt.

Gratkowski lebt in Berlin.

 

Harri Sjöström

Harri Sjöström

Harri Sjöström

Der Finne Harri Sjöström lebt seit mehr als dreißig Jahren in Berlin, spielt Saxofon in den verschiedensten Ensembles im In- und Ausland. Seit vielen Jahren organisiert regelmäßig Projekte und Konzertreihen mit internationalen Musikerinnen und Musikern. Er ist der Initiator und künstlerische Leiter der Konzertreihe Soundscapes

Holzstich Ausstellung

Wir laden Sie und Ihre Freund*innen herzlich zur Vernissage der Ausstellung Holzstich am Freitag, den 24. Januar 2020
um 19 Uhr ein.

Ausstellungsdauer: 25.01.–01.03.2020 (verlängert bis 29.3.2020)
Konzert Soundscapes: So 23.02.2020, 20 Uhr
Finissage: So 29.03.2020, ab 17 Uhr mit der präsentation des Ausstellungskatalogs

Kuratiert von Archi Galentz.

Ein Katalog der Ausstellung ist in Vorbereitung und kann vorbestellt werden.

Holzstich

  • Wassili Nikolajewitsch Masjutin Масютин Василий Николаевич (1884–1955)
  • Karl Rössing (1897–1987)
  • Karl-Georg Hirsch (* 1938)
  • Wolfgang Würfel (* 1932)
  • Iwan Nikolajewitsch Pawlow Павлов Иван Николаевич (1872–1951)
  • Anatoli Andrejewitsch Suworow уворов Анатолий Андреевич (1890–1943)
  • Alexei Iljitsch Krawtschenko Кравченко Алексей Ильич (1889–1940)
  • Pawel Alexandrowitsch Schilingowski Шилинговский Павел Александрович (1881–1942)
  • Wladimir Andrejewitsch Faworski Фаворский Владимир Андреевич (1886–1964)
  • Georgi Alexandrowitsch Echeistow Ечеистов Георгий Александрович (1897–1946)
  • Michail Iwanowitsch Poljakow Поляков Михаил Иванович (1903–1978)
  • Michail Iwanowitsch Pikow Пиков Михаил Иванович (1903–1973)
  • Illarion Wladimirowitsch Golyzin Голицин Илларион Владимирович (1928–2007)
  • Henrietta Nikolajewna Burmagina Генриетта Николаевна Бурмагина (1939–1984)
    & Nikolai Wassiljewitsch Burmagin Бурмагин Николай Васильевич (1932–1974)
  • Arkadi Michailowitsch Kolchanow Колчанов Аркадий Михайлович (1925–2008)
  • Michail Michailowitsch Wercholantsew Верхоланцев Михаил Михайлович (* 1937)

Holzschnitt

Kabinett: Farbholzschnitt

  • Mitsuo Katsui (* 1931)
  • Utagawa Kuniyoshi (1798–1861)
  • Utagawa Kunisada (1786–1865)
  • Utagawa Hiroshige II. (1826–1869)
  • Ikeda (Keisai) Eisen (1791–1848)
  • Philipp Mager (* 1966)

Ausstellungsansichten:

Holzstich: Königsdisziplin der Grafik

Holzstich gilt vielen als die Königsdisziplin der Grafik – die oft nur briefmarkengroßen Blätter, nicht selten auf hauchdünnem Papier gedruckt, sind außerordentlich faszinierend.

In der Ausstellung zeigt die Galerie Wolf & Galentz ausgesuchte Werke von über zwanzig Künstlern*innen in verschiedenen Gegenüberstellungen. Darunter sind Werke der deutschen Künstler Karl Rössing (1897–1987) und Karl-Georg Hirsch (* 1938) sowie Arbeiten der weit über die Grenzen Russlands hinaus renommierten Künstler Alexei Krawtschenko (1889–1940) und Wladimir Faworski (1886–1964), um nur die Bekanntesten zu nennen. Auch Michail Wercholantzew (* 1937), Mitglied der russischen Akademie der Künste, hat für diese Ausstellung acht Motive aus seiner Sammlung zur Verfügung gestellt.

Holzstich als Vervielfältigungstechnik

Der Holzschnitt, aus dem sich der Holzstich entwickelte, zählt zu den grafischen Hochdrucktechniken und zu den ältesten Methoden, Vervielfältigungen auf Papier herzustellen. In Europa gibt es den Holzschnitt seit dem 14. Jahrhundert, zunächst für Einblattdrucke, Blockbücher und schließlich Illustrationen in Büchern genutzt. Nach der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern nahm die Verbreitung des Holzschnitts zunächst stark zu (wurde allerdings weiterhin auch für Flugblätter und Pamphlete genutzt, etwa in der Reformationszeit). Im Buchwesen wurde er allerdings bereits im 17. und 18. Jahrhundert von der Radierung ersetzt, die wiederum im späten 18. Jahrhundert einerseits der Lithografie, andererseits dem von dem Engländer Thomas Bewick entwickelten Holzschnitt abgelöst wurde. Sowohl Holzschnitt als auch Holzstich wurden seit dem 19. Jahrhundert auch als künstlerische grafische Techniken für eigenständige Bildwerke verwendet, haben aber den Bezug zur Illustration im Buchwesen nicht verloren.

Präzision

Besonders präzise unter den historischen Drucktechniken ist der Holzstich, der in die homogenen Faserstrukturen des quergeschnittenen Holzes (Stirnholz) gearbeitet wird – oft so fein, dass Vergrößerungsapparate nötig sind. Holzstich ermöglicht hohe Auflagen in guter Qualität; die Druckplatten aus Stirnholz sind deutlich häufiger einsetzbar als jene aus Kupfer.

Vor allem die Grauwerte, die durch unterschiedliche Stichelführung entstehen, zeichnen den Holzstich gegenüber dem gröberen, spontaner und expressiver wirkenden Holzschnitt aus. In der klassischen Moderne, besonders im Expressionismus, wurde im Besonderen der Holzschnitt sehr beliebt (Munch, Heckel, Kirchner, Nolde), nicht zuletzt auch beeinflusst durch den japanischen Farbholzschnitt des 19. Jahrhunderts.

Mit der Verbreitung des Digitaldruckers, ubiquitären Copyshops mit erstaunlicher Qualität und dank weiterer Standardisierung des bezahlbaren Offsetdrucks, gepaart mit der medialen Bilderflut, ist das Interesse an Druckgrafik, besonders an schwarz-weißen Techniken, stark zurückgegangen. Diese Tendenz öffnet andererseits Chancen für Sammlerinnen und Sammler, da seltene Grafikblätter mit ihrer wunderbaren Ästhetik wieder auf dem Kunstmarkt auftauchen.

Ex-libris-Drucke

Heute sammelt man Ex-libris-Drucke, die zu einer Art Denkmal der Zusammenarbeit zwischen Sammlerinnen und Sammlern und den Kunstschaffenden wurden. Und auch heute noch gibt es den exklusiven Buchdruck mit speziell angefertigten Illustrationen in kleinen Auflagen.

Neben Katalogen zum Werk der ausgestellten Künstler sind bei unserer Ausstellung auch Bücher mit Illustrationen von Originaldruckstöcken zu finden.

Archi Galentz und Andreas Wolf als Betreiber der Galerie Wolf & Galentz sind interessierte Sammler von außergewöhnlichen Beispielen der Druckgrafik. Darüber hinaus haben beide ein besonderes Verhältnis zu Grafik und grafischen Künsten: Wolf hat neben bildender Kunst auch Grafikdesign studiert, Galentz war Tutor in der Lithografiewerkstatt der UdK Berlin, wo er bis 2002 studiert hat.

Zu den ersten Grafikblättern von Galentz Sammlung zählte ein Holzstich des Leipziger Künstlers Karl-Georg Hirsch. Die Galerie kaufte weitere Blätter von Hirsch und erwarb auch ein bescheidenes Konvolut von Drucken des Russen Wassili Masjutin, der in den 1920er-Jahren nach Berlin kam.

Weitere einzelne, auf dem Berliner Kunstmarkt gefundene Drucke der russischen Klassiker motivierten schließlich die Idee, dieser heute selten gewordenen grafischen Gattung eine eigene Ausstellung zu widmen, um, unter anderem, die Leidenschaft für diese einzigartige Ästhetik zu erhalten.

Alexei Krawtschenko

Als besondere Glücksfall sei die uns gebotene Chance erwähnt, neben einigen einzelnen Blättern auch zwei Reihen des sehr bekannten russischen Künstlers Alexei Krawtschenko für unsere Ausstellung gewinnen zu können – „Aus dem Leben der Frau“ (1928) und „New York“ (1929).

Da einige der ausgestellten Künstler nicht nur Holzstiche, sondern auch Holzschnitte schufen und die Grenzen zwischen diesen beiden Techniken ausloteten, unter anderem, um Farbe in die ursprünglich schwarz-weiß dominierte Ästhetik der grafischen Hochdrucktechniken zu bringen, erweitern wir die Präsentation der Holzstiche mit einer Auswahl von Holschnitten. Wir zeigen einige Blätter von Conrad Felixmüller (1897–1977), Stephan Preuschoff (1907–1994), Helena Scigalla (1921–1998) und Jürgen Wittdorf (1932–2018).

Ukiyo-e

Darüber hinaus präsentieren wir einige japanische Blätter aus unserer Sammlung. Beim japanischen Farbholzschnitt wird das Holz (meist) der Wildkirsche zwar im Längsschnitt – wie beim Holzschnitt – verwendet, aber dennoch eine dem Holzstich vergleichbare Präzision erreicht, und größere Felder auf den Stöcken ermöglichen feine Farbverläufe. Wir präsentieren einige Ukiyo-e-Arbeiten aus dem 19. Jahrhundert sowie einige moderne Nachdrucke zum Vergleich. Und schließlich mit Mitsuo Katsui (* 1931) auch einen zeitgenössischen Vertreter des japanischen Farbholzschnitts.

Die japanischen Drucke sind auf zwei Wänden unseres Kabinetts ausgestellt und heben als farbintensive Kunstwerke die Nobilität des klassischen Schwarz-Weiß-Druckes hervor. Zuletzt wird eine Reihe der farbigen Holzdrucke des Berliner Malers Philipp Mager (* 1966) auf den zwei weiteren Wänden des Kabinetts den japanischen Farbholzschnitten gegenübergestellt und so sowohl ein Dialog zwischen den Kulturen angeregt als auch alte Meister gewürdigt.

Archi Galentz

Text von Peter Michel zur Ausstellung

 

Portfolio Einträge