Jürgen Wittdorf
Im Tierpark (Zebras)
Holzschnitt, 1958

Preis: auf Anfrage

Jürgen Wittdorf

Jürgen Wittdorf
Noch kein Bartwuchs und schon Vater
Holzschnitt, 1961
65,5 × 45 cm

Preis auf Anfrage

Jürgen Wittdorf (1932, Karlsruhe – 2018, Berlin)

Ausstellung: Holzstich – Ausgewählte Druckgrafik aus Russland und Deutschland

Jürgen Wittdorf war ein deutscher Maler und Grafiker, der vor allem für seine Holzschnittzyklen, aber auch als Illustrator und mit großformatigen Linolschnitten bekannt wurde.

Nach der Schulzeit in Königsberg wurde Wittdorf bereits 1950 Mitglied des Grafikzirkels in Stollberg, Erzgebirge. Er studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, bevor er sich ebendort als freischaffender Künstler niederließ; 1957 wurde er Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR (VBK). Er lehrte an der Volkshochschule Leipzig sowie anschließend an der Pädagogischen Fakultät der Karl-Marx-Universität Leipzig. 1967 wurde er Meisterschüler bei Lea Grundig an der Akademie der Künste, Berlin, und lehrte anschließend im Haus der jungen Talente und im Haus des Lehrers.

Mit seinem Holzschnittzyklus Für die Jugend wurde Wittdorf Anfang der 1960er-Jahre landesweit bekannt. Dieser Zyklus war damals in der DDR provokativ, da Jugendliche – „Halbstarke“ – in modischen Outfits dargestellt waren, Jeans, T-Shirt, Petticoats etc. und sogar nackte Oberkörper (bei Männern); diese „Verwestlichung“ war ein Stein des Anstoßes, gleichzeitig aber fand der aus neun Blättern bestehende Zyklus bald großen. 1963 erhielt er den Kunstpreis der FdJ, und der Zyklus wurde 1963 vom Verlag Junge Welt in einer Sondermappe 10 000 Mal gedruckt.

Wittdorf interessierte sich für Menschen im Alltag in der DDR und stellte mit einem freundlichen Gestus und oft humorvoll Menschen ohne Verherrlichungen dar, mit einem aufmerksamen Blick für Veränderungen in Männer- und Frauenbildern; starke Frauen; Männer – zum Beispiel – mit Kind auf dem Arm. Seine Darstellungen (halb-)nackter Männerkörper waren 1964 (Zyklus Jugend und Sport für die Deutsche Hochschule für Körperkultur) revolutionär.