Arkadi-Michailowitsch-Kolchanow-Schlittschuh.Detail

Druckgrafik

Umrisse einer Kunstgattung

Eröffnung: Freitag, 26. November 2021, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 28. November 2021 bis 06. Februar 2022

Druckgrafik. Umrisse einer Kunstgattung präsentiert zahlreiche druckgrafische Arbeiten auf Papier aus 100 Jahren, die frühesten aus den 1920er-Jahren, die jüngsten von 2021. Die Ausstellung knüpft an die Druckgrafikausstellung vom vergangenen Jahr an: War die erste Druckgrafikausstellung bei Wolf & Galentz einem einzigen, nämlich dem selten gewordenen Genre Holzstich gewidmet, so lotet die kommende Schau die Grenzen und Möglichkeiten der Druckgrafik überhaupt aus. Werke verschiedenster druckgrafischer Techniken werden gezeigt, auch einige spannende experimentelle; die Formate reichen von Miniaturen bis hin zu ungewöhnlich großformatigen Arbeiten; die Künstler:innen stammen aus Ost- und Westdeutschland, Russland, Armenien, Frankreich, Belgien und Österreich. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Präsentation von Künstler:innen aus Russland, der Kaukasusregion und Deutschland.

Die Zusammenstellung ist das Ergebnis jahrzehntelanger Sammlungstätigkeit und auch eigens für die Ausstellung unternommener Reisen bis an den Ural.

Die Ausstellung zeigt historische und zeitgenössische künstlerische Grafik, darunter Werke von Michail Wercholantsew, frühe Bücher mit Originalgrafiken von Wassili Masjutin und Pawel Schillingowski sowie ein berühmtes Picasso-Porträt von Georgi Echeistow von 1934. Die Familie von Arkadi Kolchanow vertraute uns mehrere sehr seltene Holzstiche des Meisters an. Der langjährige Drucker von Konrad Felixmüller, Hans-Jürgen Wilke, leiht uns Werke aus seiner Sammlung. Und einige Blätter aus dem Nachlass von Jürgen Wittdorf werden zur Ausstellung präsentiert.

Bei mehreren Auktionen und Kunsthändlern suchten wir für die Ausstellung Lithografien in Schabtechnik von Rolf Münzner und Andreas Dress aus der DDR. Ebenso haben wir bei Auktionen Linoldrucke von Künstlerinnen aus der Sowjetunion der 1960er- und 1970er-Jahre gesammelt. Einige farbintensive Blätter, die eine eigene Ausstellung verdient hätten, werden aus Platzmangel nur auf Anfrage in einer Mappe präsentiert.

Auch Miniaturen – Exlibris und andere – von Meistern der Gattung wie Gerard Gaudaen aus Belgien und Anatoli Kalaschnikow aus der UdSSR werden zu sehen sein. Als weiteres Highlight sind die für das Genre ungewöhnlich großformatigen Drucke von Christian Stock, Philipp Mager und Anton Laiko zu nennen.

Es werden Linolschnitte und Radierungen von Klaus Fußmann und Jahresgrüße von seinem Schüler Hans-Joachim Billib gezeigt. Die Siebdrucke aus den 1970er-Jahren von Jürgen Peters, in Werkstätten in den USA hergestellt, bestechen durch Klarheit und herausragende Qualität. Eine Reihe von Radierungen von Aude de Kerros, die Tief- und Hochdruckverfahren auf einem Blatt vereinen, manifestieren die Meisterschaft der Künstlerin aus Paris.

Neben klassischen drucktechnischen Verfahren werden auch experimentelle Ansätze gezeigt, so zum Beispiel die Drucke von Swetlana Wedernikowa aus Sankt Petersburg, die in einer einzigartigen Technik entstanden sind, da der Künstlerin nach dem Ende der Sowjetunion keine Lithografiewerkstatt mehr zur Verfügung stand und sie daraufhin eine eigene Drucktechnik entwickelte. Weiterhin sind Offsettdrucke von Ruth Wolf-Rehfeldt, experimentelle Litho-, Radierungs- und Kupferstichmonotypien und andere ungewöhnliche Arbeiten bis hin zu Hologrammen von Jürgen Eichler zu sehen.

Die Ausstellung wird flankiert von einem Rahmenprogramm. Jeweils am Sonntag nachmittagswerden verschiedene Themen rund um die Druckgrafik vertieft.

Die genauen Daten dazu werden zwei Wochen vor den jeweiligen Terminen bekanntgegeben.

Rahmenprogramm:

  • Wie kommt ein Künstler und Kurator in der DDR zu einer Sammlung mit Druckgrafiken der Popart? Joachim Pohl: So. 28.11.2021, 16:30 Uhr
  • Der Drucker Hans-Jürgen Wilke erzählt von seine Erfahrungen. Wilke druckte viele Jahre lang die Arbeiten des Künstlers Konrad Felixmüllers.
  • Pascal Johanssen, Mitgründer und Leiter des Museums Direktorenhaus, Berlin, stellt die Sammlung von Papierarbeiten und Druckgrafik seines Museums vor und geht auf die Rolle des Festivals Illustrative für die Entstehung der Sammlung ein.

Zur Ausstellung wird im kommenden Jahr ein Katalog erscheinen.

Künstlerinnen und Künstler

Ausstellungsraum

Mayya Ashinyants, Hans-Joachim Billib, Andreas Dress, Georgi Echeistov, Wladimir Faworski, Konrad Felixmüller, Klaus Fußmann, Gerard Gaudaen, Anatolij Kalashnikow, Arkadi Kolchanow, Anton Laiko, Philipp Mager, Wassili Masjutin,

Rolf Münzner, Christine Perthen, Jürgen Peters, Karl Rössing, Hrachia Rukhkyan

Wladimir Schistko, Christian Stock, Jürgen Wittdorf, Lidia Vertinskaja,

Michail Wercholantsew,

Flur

Jürgen Eichler, Henrik Jacob, Alex Reuter

Kabinett

Gunther Baumgart, Petr Bystrov, Gor Chakhal, Ryosuke Cohen, Archi Galentz, Gisa Hausmann, Garik Karapetyan, Hagen Klennert, Aude de Kerros, Marina Koldobskaja, Michael Ley, Hayk Mesropyan, Mary Moon, Cristian Opriş, Ruth Wolf-Rehfeldt, Jürgen Stollhans, Nvard Yerkanian, Swetlana Wedernikowa und andere.

Edition

Zur Ausstellung erscheint die Edition „Gesundheitsrisiko Verkauf“ des Künstlers Henrik Jacob, mit dem Wolf & Galentz seit 2020 enger zusammenarbeiten.

Titelbild: Detail eines Holzstichs von Arkadi Kolchanow