Klaus Jurgeit

Hagen Klennert Haus der Paten 2010, Mischtechnik, 40 x 30 cm

Was lehrt uns Berlin

Stadtansichten – Versuch einer Ortsbestimmung

Künstlerinnen und Künstler: 
Hagen Klennert, Klaus Jurgeit, Barbara Putbrese

weitere Werke von Hans-Joachim Billib, Eberhard Franke, 
Jelisaweta Klutschewskaja, Thomas J. Richter und Ernst Schröder

Ausstellungseröffnung: 8. Mai 2026 ab 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 10. 5. – 12. 7. 2026

Die 42. Ausstellung der Galerie Wolf & Galentz lädt zu einer Erkundung unter dem Titel „Was lehrt uns Berlin? Stadtansichten – Versuch einer Ortsbestimmung“ ein. Im Zentrum stehen Werke von Hagen Klennert, Barbara Putbrese und Klaus Jurgeit, ergänzt durch weitere Positionen. Die Stadtlandschaft dient als Ausgangspunkt für einen künstlerischen Dialog über Stil, Wahrnehmung und die Frage nach einer spezifischen Berliner Ästhetik – zwischen Ost und West, Vergangenheit und Gegenwart.

Klaus Jurgeit hielt bis 2017 unscheinbare Berliner Orte mit präziser, fast fotografischer Genauigkeit fest. Seine Aquarelle gelten heute als Zeitzeugnisse und Metaphern urbaner Lebenskraft. Barbara Putbrese, erstmals in der Galerie vertreten, konzentriert sich auf reduzierte, poetische Stadtlandschaften wie Dächeransichten. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch sparsamen Farbeinsatz und eine offene, lichtbetonte Bildsprache aus. Hagen Klennert bewegt sich zwischen Ost und West, entwickelte eine eigene reduzierte Formensprache und thematisiert in seinen Arbeiten existenzielle Stimmungen.

Die Ausstellung hinterfragt gängige Zuschreibungen von Ost- und Westkunst und stellt individuelle Künstlerpositionen in den Vordergrund. Ergänzt wird sie u. a. durch Werke von Ernst Schröder, dessen kurzes, einflussreiches Schaffen den Existenzialismus der Nachkriegszeit prägte, sowie zwei Werke von Thomas Jakob Richter .

Auch internationale Perspektiven fließen ein, etwa durch Jelisaweta Klutschewskaja, die zwischen Moskau und Berlin arbeitete und urbane Szenen in expressiven Aquarellen festhielt. Eberhard Franke dokumentierte Berlin in detailreichen Radierungen, während Hans-Joachim Billib sich als Vertreter eines individuell erarbeiteten Realismus mit Natur- und Stadtmotiven auseinandersetzte.

Im Mittelpunkt steht Berlin als vielschichtiger Erfahrungsraum – erfahrbar nicht nur durch Architektur, sondern vor allem durch die künstlerischen Blickwinkel seiner Beobachter.


Barbara Putbrese

Barbara Putbrese, 1949 auf Rügen geboren, ist eine deutsche Malerin mit Schwerpunkt auf Stadtlandschaften. Sie studierte in Berlin-Weißensee und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, wo sie eine fundierte klassische Ausbildung erhielt. Seit 1977 lebt und arbeitet sie in Berlin. Ihre Werke zeigen oft reduzierte, poetische Ansichten von Dächern und urbanen Räumen. Charakteristisch sind ihr sparsamer Farbeinsatz, die Arbeit im Freien und eine offene, lichtbetonte Bildsprache.

Klaus Jurgeit

Klaus Jurgeit (1937–2017) war ein Westberliner Maler, bekannt für seine detailgenauen Aquarelle urbaner Randbereiche. Statt berühmter Sehenswürdigkeiten widmete er sich Hinterhöfen, Wohnungen und unscheinbaren Orten. Mit nahezu fotografischer Präzision dokumentierte er das alltägliche Leben in der geteilten Stadt. Seine Arbeiten gelten heute als wichtige Zeitzeugnisse und zugleich als sensible Reflexionen über das urbane Dasein in Berlin.

Hagen Klennert

Hagen Klennert, in Erfurt geboren, wuchs teilweise in Moskau auf und studierte in Berlin-Weißensee. 1985 verließ er die DDR und lebte zunächst in Hamburg, bevor er 1991 nach Berlin zurückkehrte. Dort entwickelte er eine eigenständige Bildsprache zwischen Zeichnung, Malerei und Grafik. Seine Werke verbinden Reduktion mit emotionaler Tiefe und thematisieren häufig existenzielle Erfahrungen sowie das Gefühl des „In-der-Welt-Seins“.