Mars Westrand (Heyse-Becken) Marspanorama
Plastikdruck
15,5 x 25 cm

Preis auf Anfrage

Formation, grünlich getropft, 1977
Materialcollage
80 x 100 cm

Preis auf Anfrage

Formation, 1976
Materialcollage
100 x 80 cm

Preis auf Anfrage

Gunther Baumgart

Ausstellung: Rein aufs Möbiusband, 15.4.–2.6.2019

Nach dem Abitur studierte Baumgart ab 1968 an der Folkwangschule in Essen Grafik, ab 1970 Kirchenmusik bis zum Examen am Folkwang-Konservatorium. Er verdiente sein Geld als technischer Zeichner, vermutlich in dieser Funktion erhielt er 1969 Zugang zum UNIVAC-Rechner der Essener Verkehrsbetriebe, an dem er, inspiriert durch Max Bense, Computergrafiken erstellte.

1973 zog Baumgart nach Berlin, besuchte dort die Hochschule der Künste und wurde 1978 Meisterschüler von Klaus Fußmann. Ab 1980 war er freischaffender Künstler und scheint in dieser Zeit hauptsächlich Radierungen gemacht zu haben, darunter einige mit Raumfahrtmotiven.
Etwa 1978 las er eine Broschüre der British Interplanetary Society, Project Daedalus (1), in der von einer unbemannten Raumsonde auf ihrem Weg zu Barnards Stern die Rede ist. Diese Broschüre initiierte bei Baumgart eine intensive künstlerische Beschäftigung mit dem Thema Raumfahrt – Raumschiffe für Reisen durchs All und Besiedlung von Planeten – bis zu seinem Lebensende im Jahr 1999.

Kontinuierlich betrieb er sehr sorgfältige Recherchen und entwarf ausgeklügelte Konzepte zu seinen Projekten; sowohl Ergebnisse der Studien, Exzerpte von relevanten Texten, Skizzen, Zeichnungen von Modellen als auch seine eigenen Überlegungen, Spekulationen und Entwürfe schrieb und zeichnete er in Kladden und Hefte, von denen im Nachlass Baumgart mehrere Kartons vorhanden sind. Deren Katalogisierung widmet sich das Baumgart-Institut.
Baumgart schuf nach der Lektüre der Daedalus-Broschüre einige Radierungen mit Raumfahrtmotiven und konzipierte ein bemanntes Raumschiff mit ähnlichem Antrieb wie dort; er schuf großformative Pläne und Zeichnungen des Raumschiffs.

Die grafische Serie Raumstation Euphemia hat ein kosmisches Narrenschiff zum Thema, dessen Besatzung in Typenmotiven einen umfassenden Katalog menschlicher Perversität und Destruktivität darstellte.

1983 begann er mit einem neuen Projekt, das im Laufe der Zeit zu einer Art Raumfahrt-Gesamtkunstwerk werden sollte. Im Zentrum dieses Werks steht das Raumschiff Ringwelt, das sich auf der Reise zum Doppelstern 70 Ophiuchi befindet. Für die fiktive Expedition schuf Baumgart vier Bände mit Texten und Zeichnungen. Er entwarf für die Ringwelt erdähnliche Biotope, wofür er umfangreiche ökologische Studien betrieb. Im Sinne einer deterministischen Kosmologie ging er davon aus, dass überall im Weltraum „Naturparadiese“ entstehen müssten, weshalb er die Existenz eines um diesen Doppelstern kreisenden Planeten annahm.
Sein letztes Werk war die Serie Tau Ceti Miozän, in der astronomische Grafiken von neugotischer Ornamentik gerahmt wurden. Dieses Werk hat er nur noch etwa zur Hälfte (28 Blätter) fertigstellen können.

1) Das Projekt Daedalus war eine Studie, die zwischen 1973 und 1978 von der British Interplanetary Society angefertigt wurde, mit dem Ziel einen realistischen Entwurf eines interstellaren unbemannten Raumschiffs zu erstellen. Die Forderung war, dass das Raumschiff auf bereits gegenwärtiger oder in naher Zukunft erreichbarer Technik basieren musste und sein Ziel innerhalb der Lebenszeit eines Menschen (~50 Jahre) erreichen sollte. Das auserwählte Ziel war Barnards Pfeilstern, der 5,9 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt ist, wobei das unbemannte Raumschiff auch mehrere Sterne anfliegen sollte. Der Entwurf sah ein zweistufiges Raumfahrzeug vor, das durch Trägheitsfusion angetrieben wird. Dieses unbemannte Raumfahrzeug sollte automatisiert agieren können, da aufgrund der Distanz zur Erde in der Kommunikation eine zu große Zeitverzögerung enthalten ist (Jahre bis Jahrzehnte). Wegen zu hoher erwarteter Kosten wurde das Projekt nicht weiter verfolgt, geschweige denn realisiert.
Quelle: de.wikipedia.org

Vgl. Ralf Bülow, „Gunther Baumgart“, in: 7 Hügel_Bilder und Zeichen des 21. Jahrhunderts, Teil III, Weltraum. Sonnen, Monde, Galaxien: Aufbruch ins Unbekannte, hg. von Bodo-Michael Baumunk u. Ralf Bülow, Berlin 2000, S. 103–105.

Link: https://www.bis-space.com/what-we-do/projects/project-daedalus

Gunther Baumgart Institut

Ausstellung:
Rein aufs Möbiusband
15.4.–2.6.2019